Nominiert beim Bundeswettbewerb 2010: 

Unser Peer-Educator-Projekt: Ausbildung von Jugendlichen zu Expertinnen und Experten in der Verhütung von Aidssexuell übertragbaren Krankheiten und ungewollter Schwangerschaft

Wer es bis Berlin geschafft hat, gehört wirklich zu den herausragenden, Beispiel gebenden Projekten der Aidsprävention in Deutschland und kann mit Fug und Recht “Innovation” auf seine Fahnen schreiben. Alle vierzehn Projekte wurden im Rahmen der feierlichen Preisverleihung vorgestellt und gewürdigt. Ein Teamfoto, das jeweils bei den Projektdarstellungen eingeblendet wurde, stellte die Projektteams vor, die mutig, ideenreich und mit hohem Engagement auf neue Herausforderungen in der Aidsprävention reagieren.

http://www.gib-aids-keine-chance.de/aktionen/bundeswettbewerb/gewinner-nominierte-2010/nominiert2.php

Ausbildung von Jugendlichen zu Experten in der Verhütung von AIDS, sexuell übertragbaren Krankheiten und ungewollter Schwangerschaft

Im September 2006 konnte das Peer Educator Projekt dank der Initiative von Frau Angelika Staudt und der finanziellen Unterstützung der Dietmar Hopp Stiftung in Mannheim und Ludwigshafen an den Start gehen. Schülerteams des Max Planck-, Peter Petersen- und Ludwig Frank Gymnasiums wurden zu Experten ausgebildet.

Die Universität Mannheim evaluierte das Projekt und konnte bestätigen, dass Jugendliche in der Pubertät eher bereit sind, Informationen über Sexualität, Verhütung und Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten von Gleichaltrigen anzunehmen als von Erwachsenen (Peer Education).

Die zweite Ausbildungsrunde, die 2008 startete, wurde ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der LBBW Stiftung, der Fuchs Petrolub AG und der Maria Müller Stiftung.

Seit September 2009 unterstützt „Herzenssache – die Kinderhilfsaktion von SWR und SR“ die Ausbildung von Expertenteams an acht Schulen in Mannheim und Ludwigshafen.

 

Vorgehensweise
 
Am Programm nehmen Gymnasien, Real- und Hauptschulen teil. An jeder Schule wird das Projekt in den 7. oder 8. Klassen vorgestellt und 6 bis 8 Jugendliche im Alter von ca. 13-14 Jahren ausgewählt. Sie werden zum Peer Educator ausgebildet.

Die Ausbildung beinhaltet drei Treffen während der Woche am Nachmittag und ein Wochenendseminar von Freitag bis Sonntag in den Räumen von Lebenswandel e.V.

Im Rahmen der Ausbildung lernen die Jugendlichen, sich mit dem Thema Sexualität auseinanderzusetzen, und erhalten vom Facharzt Dr. Buchholz vom Universitätsklinikum Mannheim wichtige Informationen über die Ansteckungswege und Wirkungsweise des HI Virus. Sie lernen durch Gespräche mit HIV-positiven Menschen vom Aidshilfe Arbeitskreis Ludwigshafen die psychosoziale Situation von betroffenen Menschen kennen. Über Methoden der Entwicklung sozialer und persönlicher Kompetenzen, der Teamentwicklung, des Anti Bias Approach und der Theaterpädagogik werden sie befähigt, als Team aufzutreten und stimmige Wege zu entwickeln, ihr Wissen weiterzugeben. Im Prozess wird darauf hin gearbeitet, dass sie angstfrei und kompetent über Verhütung von ungewollter Schwangerschaft, Schutz vor HIV-Infektion und sexuell übertragbaren Krankheiten sprechen können.

Die auszubildenden Jugendlichen gestalten interaktive Module von 60 Minuten, mit denen sie ihre Mitschüler/innen informieren können und etablieren sich so als gleichaltrige, kompetente Ansprechpartner/innen.

Nach der Ausbildung werden die Teams drei Monate lang intensiv und anschließend bei Bedarf betreut. So erlangen Sie weitere Sicherheit und das Projekt wird gut in der Schule verankert.

Kontinuierliche Treffen aller Expertenteams aus den acht am Projekt teilnehmenden Schulen bieten den Schüler/innen (Peer Educators) ein Forum, um ihre Erfahrungen zu reflektieren und gemeinsam Lösungen für die entstandenen Schwierigkeiten oder Probleme zu finden.

 

Projektleitung

Angelika Staudt: Theaterpädagogin, Weiterbildungsmanagerin, DVNLP-Lehrtrainerin, Kommunikationstrainerin; Email: angelika.staudt@t-online.de

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